Dr. jur. Hans XIX. Frhr v.u.zu Aufseß

Dr. jur. Hans XIX.
1801-1872
Museumsgründer

Dr. jur. Hans XIX. Frhr v.u.zu Aufseß war der Sohn des Friedrich Wilhelm Frhrn v.u.zu Aufseß und der Albertine Freiin v. Crailsheim-Rügland.

Bereits mit 16 Jahren bezog er die Universität Erlangen und trat der Buschenschaft Bubenruthia bei. Nach dem Studium der Rechtswissenschaft und einer Zeit am Landgericht Gräfenberg zog er sich auf seine Güter zurück, um diese zu verwalten.

1824 heiratete Hans Frhr v.u.zu Aufseß Charlotte Freiin v. Seckendorff, mit der er 12 Kinder hatte, darunter als vierten Sohn den Urahn des Verfassers, Friedrich XVI.

Als er Burg Unteraufseß nach dem Tode seines Vaters „in Besitz“ nahm, hatte er den Spleen, in jedem Zimmer und jedem Winkel der Burg Kaffe zu trinken. Und so ließ er sich auf einer kleinen Plattform auf den Grund des Schlossbrunnens und in das Burgverlies hinab abseilen, und trank auch dort jeweils eine Tasse Kaffee.

Dann ordnete er sein sehr reichhaltiges Familienarchiv und widmete sich vor allem der Geschichte. In der Folge veröffentlichte er zahlreiche historische Studien, und betrieb die Gründung eines Museum für deutsche Altertümer. Im Jahre 1852 schließlich fand die Gründung des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg statt. Es wurde das größte Museum deutscher Kunst und Kultur.

Dr. jur. Hans XIX. Frhr v.u.zu Aufseß war königlich bayerischer Kämmerer, Ehrenvorstand des Germanischen Nationalmuseums und korrespondierendes Mitglied der bayerischen Akademie der Wissenschaften in der historischen Klasse und Ehrenmitglied und Mitglied der meisten deutschen Geschichtsvereine und Dr. jur. In Gelehrtenkreisen und an den deutschen Höfen war er ein gern gesehener Gast.

Im Jahre 1838 wurde er von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen, dem Ehemann der berühmten Königin Luise, in den damaligen Königlich Preußischen St. Johanniter-Orden aufgenommen, und war nach dessen Restitution als geistlicher Ritterorden 1852 bis zu seinem Tode Ehrenritter des Ordens (siehe das weiße Kreuz hinter seinem Wappenschild).
Dies war der einzige Orden, den Hans XIX. besaß, obwohl er häufig für verschiedenste Dekorationen vorgeschlagen wurde. Er lehnte dann stets mit der Bemerkung, eine Spende für sein Museum würde ihn viel mehr freuen, ab.

Er starb am 6. Mai 1872 auf seinem Gut Münsterlingen am Bodensee, und wurde in der Familiengruft in der Schlosskirche in Unteraufseß begraben.